"Leiche" war Sexpuppe
Großalarm in Rostock
(31.03.2025) Ein vermeintlicher Leichenfund in Rostock hat am Samstagabend für einen der skurrilsten Polizeieinsätze der vergangenen Jahre gesorgt. Ein Mann hatte gegen 20 Uhr den Notruf gewählt, nachdem er bei einem Spaziergang mit seinem Hund im Stadtteil Schmarl in einem Gebüsch eine große, blaue Plastiktüte entdeckt hatte – darin, so glaubte er, die Leiche einer Frau.
Was folgt, war ein aufwendiger Einsatz: Die Polizei rückt mit einem Großaufgebot an – inklusive Mordermittlern, Spurensicherung, Gerichtsmedizinern, Drohnenpiloten und der Feuerwehr. Das Gelände um die alte Ifa-Ruine wurde großräumig abgesperrt und mit Flutlicht ausgeleuchtet. Ermittler schlüpften in weiße Overalls, dokumentierten den Tatort, maßen Details mit Zollstöcken aus und setzten sogar einen 3D-Scanner ein – ein Instrument, das sonst nur bei Kapitalverbrechen verwendet wird.
Drohnen im Einsatz, Tatort untersucht
Während Drohnen aus der Luft den Fundort filmten, tasteten sich die Ermittler Zentimeter für Zentimeter an das vermeintliche Opfer heran. Fünf Stunden lang herrschte höchste Alarmbereitschaft – bis kurz nach Mitternacht endlich Klarheit herrschte: Bei der „Leiche“ handelte es sich nicht um einen menschlichen Körper, sondern um eine lebensechte Sexpuppe, eine sogenannte „Real Doll“. Besonders bizarr: Die Puppe war an einigen Körperstellen angebrannt – ob aus Wut oder in einem Versuch, sie heimlich zu entsorgen, ist unklar.
Die Erleichterung bei den Einsatzkräften war groß. Gegen 0:40 Uhr wurde der Einsatz offiziell beendet, ein zwischenzeitlich bestellter Bestatter wieder abbestellt. Die Puppe soll nun fachgerecht entsorgt werden – strafrechtliche Konsequenzen hat der Vorfall nicht. Ein Polizeisprecher resümierte trocken: „So etwas erlebt man nicht alle Tage.“ Für die beteiligten Beamten dürfte dieser Einsatz jedenfalls unvergessen bleiben.
(fd)